Der Chinakohl, botanisch Brassica rapa subsp. Pekinensis, stammt, wie sein Name vermuten lässt, ursprünglich aus Asien und wird auch Pekingkohl, Japankohl oder Selleriekohl genannt. Da seine Haupterntezeit von Oktober bis Dezember reicht, ist er bei uns als gesundes Wintergemüse bekannt. In seiner asiatischen Heimat liefert er die Grundlage für das milchsauer fermentierte Kimchi.

Als besonders milder und gut verträglicher Vertreter der Kohlgewächse, zählt der Chinakohl, ebenso wie seine Verwanden zu den Kreuzblütlern. Er kann sowohl roh als Salat wie auch gekocht gegessen werden. Frisch und roh verzehrt ist er besonders reich an Vitamin C sowie Folsäure und B-Vitaminen. Desweiteren enthält er Kalium, Calcium, Eisen, Magnesium sowie Senfölglycoside, die als sekundäre Pflanzenstoffe das Immunsystem stärken. Diese geben dem Chinakohl auch seinen charakteristischen Geschmack.

Im Gegensatz zu anderen Kohlsorten benötigt der Chinakohl nur eine kurze Garzeit. Kühl gelagert ist er auch frisch bis zu zwei Wochen haltbar. Aktuell ist auch hier bei unseren steirischen Gemüsebauern Erntezeit vom Chinakohl. Für Alle die jetzt Lust auf frischen, gesunden Chinakohl bekommen haben, habe ich hier zwei einfache und sehr schmackhafte Rezepte für Chinakohl-Rouladen und einen feinen Chinakohl-Salat. Die Rouladen können wahlweise vegetarisch oder auch mit Fleisch zubereitet werden. Sucht euch die Variante aus, die euch am besten gefällt.

Für die Rouladen benötigt man:

1 Tasse Reis
2 Tassen Wasser
Etwas Salz
Etwas Öl

200 g gekochte Tellerlinsen (oder Hackfleisch vom Rind)
1 große Zwiebel,
1 große Paprika
3-4 Knoblauchzehen
3-4 EL gewürfelte Tomaten
Etwas Rosmarin
Lorbeerblätter
Salz / Pfeffer
Etwas Öl
Frische oder getrocknete Kräuter als Würze (Bohnenkraut, Majoran, Oregano etc.)

Ganze Blätter vom Chinakohl
Salzwasser
Etwas Öl
Getrocknete Stängel vom Rosmarin
Geriebenen Parmesan

Der Reis wird in etwas Öl angeschwitzt und anschließend vorgekocht bis er gar ist. In einer Pfanne wird etwas Öl zusammen mit gemahlenen Rosmarin erhitzt. Wer seine Rouladen vegetarisch haben möchte, fügt nun die vorgekochten Tellerlinsen hinzu. Bei der Variante mit Fleisch verwendet man hier das Hackfleisch (wer möchte kann hier auch veganes Hackfleisch aus Tofu verwenden) und brät es kurz scharf an. Nun werden die fein gehackten Zwiebeln und Paprika hinzugefügt. Anschließend gibt man die fein gehackten Knoblauchzehen, sowie Lorbeerblätter und die gewürfelten Tomaten bei und lässt alles zusammen garen bis das Gemüse glasig geworden ist. Nun wird mit Salz Pfeffer und den Kräutern abgeschmeckt. Ist die Gemüsemasse fertig, wird der Reis untergehoben. Damit haben wir die Fülle für unsere Rouladen.

Anschließend wird Salzwasser zum Kochen gebracht. Ganze, große Blätter vom Chinakohl werden vorsichtig im Salzwasser für ca. 1-2 Minuten vorgegart. Mit einem großen Sieblöffel werden sie wieder herausgenommen und gut abgetropft. Der Ofen wird auf ca. 180°C vorgeheizt. Eine Auflaufform wird mit etwas Öl vorbereitet. Nun werden die Chinakohlblätter mit der Gemüse-Reis-Masse gefüllt. Dabei achtet man darauf, die Blätter nicht einzureißen. Mit einem Löffel wird die Fülle in die Mitte der Blätter gegeben, und diese werden vorsichtig eingerollt und an den Seiten eingeschlagen. Mit den getrockneten Stängeln vom Rosmarin werden die Rouladen zusammengesteckt, sodass sie nicht wieder aufgehen können. So werden sie nun mit dem Löffel nacheinander in die Auflaufform gereiht. Zum Schluss werden die Rouladen mit etwas geriebenen Parmesan bestreut. Nun gibt man sie in den Ofen und lässt sie für ca. 30 Minuten fertig garen.

In der Zwischenzeit kann man aus den verbliebenen gewürfelten Tomaten in der Pfanne ein feines Tomatenragout bereiten. Dazu werden die gewürfelten Tomaten in der Pfanne mit etwas Wasser erhitzt und mit Salz, Pfeffer und Kräutern abgeschmeckt. Man lässt sie ziehen bis sich eine sämige Sauce gebildet hat. Die Chinakohl-Rouladen werden zusammen mit dem Tomatenragout serviert.

Dazu passt natürlich hervorragend ein feiner Chinakohl-Salat:

Frischer Chinakohl

1 Apfel
1 Orange
1 Handvoll gemischte Nüsse
2-3 EL geröstete Kürbiskerne

 

Für das Dressing:

4-5 EL Oxymel
3-4 EL kaltgepresstes Sonnenblumenöl
1 Prise Brennnesselsalz
1-2 EL Wasser

Der Chinakohl wird gut gewaschen und in feine Streifen geschnitten. Die Orange wird geschält, Apfel und Orange werden gewürfelt und mit dem Chinakohl vermischt. Nun mischt man noch die Nüsse und die Kürbiskerne unter. Für das Dressing wird das Sonnenblumenöl mit dem Oxymel, Wasser und dem Brennnesselsalz gut verrührt.

Zur Erinnerung: Oxymel ist ein volksmedizinisches Heilmittel, dessen Grundlage aus Apfelessig und Honig besteht. Hierzu gibt es verschiedene Rezepturen. Ich bereite mein Oxymel immer in einer Mischung 1 zu 1. Verschiedene Heilkräuter werden zuvor im Essig ausgezogen und anschließend wird dieser mit Honig zu Oxymel weiterverarbeitet. Da aktuell für uns Alle die Immunstärkung im Vordergrund steht, habe ich hier für das Dressing zu meinem immunstärkenden Oxymel mit Echinacea gegriffen. Für Alle die dieses nachmachen möchten, gibt es hier nochmal das Rezept dazu:

Für die Herstellung des Oxymel werden die Kräuter nun 4 bis 5 Wochen im Essig ausgezogen. Dazu fülle ich ein Ansatzgefäß zu ca. einem Drittel locker mit den Kräutern und gieße anschließend mit Apfelessig auf. Diese Auszugsmethode ist vor allem für Kräuter, Blüten und Blätter gut geeignet. So können die Wirkstoffe gut in den Essig übergehen. Wer Wurzeln und Rinden für sein Oxymel verwendet, kann den Auszug auch unter Einwirkung von Hitze durchführen. Gerade bei Wurzeln und Rinden hat das Einwirken von Hitze den Vorteil, dass die Zellstrukturen besser aufgebrochen werden, und so die Wirkstoffe besser ausgezogen werden können. Allerdings sollte man hier beachten, dass nicht alle Inhaltsstoffe hitzebeständig sind. Damit leicht flüchtige Inhaltsstoffe nicht entweichen, sollte man hier immer zugedeckt, wenn möglich im geschlossenen System arbeiten.

Sind die Kräuter nun entsprechend im Essig ausgezogen, werden diese abfiltriert und gut ausgedrückt. Der fertige Kräuteressig wird im Anschluss mit Honig zu Oxymel weiterverarbeitet. Achtung! Nach der Zugabe vom Honig sollte die Zubereitung nicht mehr weiter erhitzt werden. In vielen Rezepturen wird hier ein Mengenverhältnis von 1 zu 3 angegeben. Also auf einen Teil Essig werden 3 Teile Honig zugegeben. Mir persönlich ist dieses Mischungsverhältnis eindeutig zu süß. Aber natürlich ist dies Geschmacksache und es muss jeder für sich selbst testen. Je nach Sorte bevorzuge ich ein Mischungsverhältnis von 1 zu 2 oder sogar 1 zu 1. Dabei wird der Honig gleichmäßig und sorgsam in den Kräuteressig eingerührt, bis keine Schlieren mehr sichtbar sind und die Mischung homogen ist. Anschließend wird das fertige Oxymel in saubere Flaschen abgefüllt. Bei richtiger Lagerung ist Oxymel gut 1 Jahr haltbar.

Ist das Dressing fertig, wird es gut mit dem Salat vermischt. Dieser wird anschließend frisch zu den Chinakohl-Rouladen auf Tomatenragout serviert. Ich wünsche gutes Gelingen und vor allem einen Guten Appetit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*