Jetzt im Vorfrühling sprießen in der Natur schon die ersten Kräuter und viele freuen sich auf das frische Grün. Mit Beginn der Fastenzeit ist auch die ideale Zeit für eine Frühlingskur gekommen. Diese soll nicht nur die Müdigkeit, sondern auch Giftstoffe aus den Gliedern treiben. Wichtig dabei ist viel Wasser und Kräutertees zu trinken, und auf ungesunde Genussmittel möglichst zu verzichten. Unterstützen kann man so eine Fastenkur durch ausgewählte Frühlingskräuter, die uns jetzt wieder in unseren Gärten zur Verfügung stehen, und die helfen sollen unseren Stoffwechsel anzuregen. In diesem Beitrag stelle ich euch die Top 10 unserer Frühlingskräuter in einer Kurzbeschreibung vor.

 

Platz 1: Der Bärlauch (Allium ursinum)

Der Bärlauch wird oft als der kleine Bruder des Knoblauch bezeichnet, und ist ihm in vielerlei Hinsicht auch ähnlich. Sein Aroma ist um einiges milder, und man verwendet ihn am besten frisch und roh in Salaten, Aufstrichen, Kräuterbutter, Topfen oder Frischkäse. Bärlauch enthält viel Vitamin C sowie Kalium, Calcium, Eisen und Magnesium. Der Bärlauch verfügt über antibakterielle Wirkung. In der Volksmedizin wird er bei Magen- Darmstörungen eingesetzt und gilt als blutreinigendes Mittel. Außerdem wirkt er anregend auf den Stoffwechsel und positiv auf die Verdauung. Auch bei Bluthochdruck, Arteriosklerose und bei Darmerkrankungen wird er volksmedizinisch verwendet.

Platz 2: Die Brunnenkresse (Nasturtium officinale)

Die Brunnenkresse gilt besonders im Frühling und im Spätherbst als Vitaminspender und wird gerne frisch in der Küche verwendet. Sie enthält viele Mineralstoffe und Vitamine und ist besonders reich an Vitamin C. Des Weiteren sind Bitterstoffe, Gerbstoffe, Senfölglycoside und ätherische Öle enthalten. In der Volksmedizin gilt sie als appetitanregend und stoffwechselfördernd, sowie als harntreibend und aphrodisierend. Sie wird gern bei Frühjahrskuren verwendet, und galt, aufgrund des hohen Vitamin C Gehalts als wirksames Mittel gegen Skorbut.

Platz 3: Die Brennnessel (Urtica)

Die Brennnessel ist ein wahres Superfood. Verwendet werden hauptsächlich die jungen Triebe, die reich an Mineralstoffen sind. Diese werden ähnlich dem Spinat als Frühlingsgemüse zubereitet. Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel wird sie bei Gliederschmerzen, zur Unterstützung bei rheumatischen Beschwerden, sowie bei Harnwegsbeschwerden, zur Erhöhung der Harnmenge und zur Durchspülung der ableitenden Harnwege verwendet. Traditionell wird die Brennnessel auch zur Unterstützung der Ausscheidungsfunktion der Niere sowie bei Prostatahyperplasie verwendet.

Platz 4: Die Birke (Betula)

Die Birke zählt zu den traditionellen pflanzlichen Arzneimitteln. Verwendet werden die Blätter und Rinde als Tee, Trockenextrakte, Frischpflanzenpresssaft oder alkoholische Auszüge. Diese dienen zur Durchspülung der Harnwege, insbesondere bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, bei Nierengrieß sowie zur Unterstützung bei rheumatischen Beschwerden. Auch die Birkenblätter sind essbar und werden vor allem im Frühling, wenn sie noch jung und zart sind als Salat oder Wildgemüse genossen.

Platz 5: Der Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Der Löwenzahn ist ein traditionelles, pflanzliches Arzneimittel und findet häufig bei Frühjahrskuren Anwendung. Er regt die Tätigkeit von Leber und Nieren an, übt einen günstigen Einfluss auf das Bindegewebe aus und fördert die Ausscheidung. Dadurch wird die Heilwirkung bei Rheuma und Gicht gefördert. Weiterst wirkt er appetitanregend, harntreibend und verdauungsfördernd. Im Allgemeinen wird dem Löwenzahn eine stärkende Wirkung nachgesagt.

 

Platz 6: Das Gänseblümchen (Bellis perennis)

Der NHV Theophrastus hat das Gänseblümchen zur Heilpflanze des Jahres 2017 gewählt. In der Volksmedizin wird es als Salbe oder Waschung bei Hautausschlägen und kleinen Verletzungen verwendet. Innerlich als Tee wird es zur Blutreinigung, bei schmerzhafter Monatsblutung, Kopfschmerzen, Husten und zur Anregung des Stoffwechsels eingesetzt. Neueste Studien zeigten eine antimikrobielle sowie eine antihyperlipidämische Wirkung des Gänseblümchens.

 

Platz 7: Die Gundelrebe (Glechoma hederacea)

Die Gundelrebe ist nicht nur eine beliebte Beigabe im Frühlingssalat. Auch in der Volksmedizin wird die Gundelrebe verwendet. Sie enthält unter anderem Bitterstoffe, Gerbstoffe, Vitamin C, Mineralstoffe, Saponine und ätherische Öle. Nach Höfler war die Gundelrebe eine der wichtigsten Heilpflanzen der Germanen. Zu den angegebenen Heilindikationen gehört die Verwendung bei Appetitlosigkeit, Magen- und Darmbeschwerden, Leber- und Gallenbeschwerden und Husten.

 

Platz 8: Der Ehrenpreis (Veronica)

Der Wald-Ehrenpreis, oder auch echte Ehrenpreis, Arznei-Ehrenpreis oder Allerweltsheil genannt, gilt in der Volksheilkunde als heilkräftig. Gesammelt wird während der Blütezeit und verwendet wird das getrocknete Kraut. Angewendet wird es innerlich bei Beschwerden der Atemwege, des Magen-Darmtraktes, der Leber, der ableitenden Harnwege sowie zur Stoffwechselförderung. Äußerlich verwendet man es als Gurgelmittel sowie zur Wundheilung oder bei chronischen Hautleiden.

 

Platz 9: Das Scharbockskraut (Ranuculus ficaria)

Seinen Namen hat das Scharbockskraut von einer Vitaminmangelerkrankung namens Skorbut (Scharbock). Diese tritt bei Vitamin C Mangel auf, und war früher vor allem bei Seefahrern verbreitet. Da das Scharbockskraut reich an Vitamin C ist, wurde es nicht nur als willkommenes Frühlingsgrün nach dem langen Winter gegessen, sondern es gehörte in getrockneter Form auch zum Reiseproviant der Seefahrer. Achtung! Scharbockskraut sollte nur in Maßen, und ab der Blütezeit nicht mehr verzehrt werden.

 

Platz 10: Das Milzkraut (Chrysosplenium)

Der Name Milzkraut bezieht sich auf die milzähnlichen Laubblätter der Pflanze. So leiteten die alten Heiler in der Signaturenlehre eine heilende und unterstützende Wirkung auf die Funktionen der Milz ab. Der berühmte griechische Arzt und Gelehrte Dioskurides bezeichnete Chrysosplenium als verschiedene Sippen, die gegen Milzsucht helfen. Rudolf Steiner empfahl das Milzkraut zur Blutbildung und bei Leukämie. Milzkraut ist als „schwach giftig“ eingestuft und sollte nur in kleinen Mengen als Würze verwendet werden. Es verfügt über einen leicht bitteren Geschmack.

Dies ist natürlich nur eine Auswahl und die Liste an Frühlingskräutern kann man noch beliebig weiterführen. Die Natur beschenkt uns hier mit einer wunderbaren Vielfalt. Zu jedem einzelnen der angeführten Kräuter gibt es natürlich noch viel mehr zu berichten. Detaillierte Beschreibungen sowie Rezepte findet man hier auf der Seite auch mit der Suchfunktion! In diesem Sinne wünsche ich einen guten Start in den Frühling!  

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