Der Topinambur (Helianthus tuberosus), auch Erdbirne, kleine Sonnenblume oder Jerusalem Artischocke genannt, gehört zur Familie der Korbblütler und ist eng mit der Sonnenblume und der Yacon verwandt. Im Wuchs ähnelt der Topinambur der Sonnenblume.

Unterirdisch bildet die Pflanze weitverzweigte Rhizome welche im Frühling wieder neu austreiben. Diese inulinreichen Sprossenknollen sind es auch, die als Lebensmittel genutzt werden. Sie können die Größe von Kartoffeln erreichen und werden auch ähnlich verwendet. Im Wuchs ähneln sie den Rhizomen des Ingwers. Ihr Geschmack ist nussig mild und sie können sowohl roh wie auch gekocht verzehrt werden.

Topinambur zählt zu den sogenannten Präbiotika. Da die Sprossenknollen wenige Kalorien enthalten, jedoch reich an Ballaststoffen sind, erzielt man damit ein gutes Sättigungsgefühl. Daher sind sie sehr gut für eine Diät bei Adipositas geeignet. Aufgrund des hohen Inulingehalts ist Topinambur ebenso als gesundes Gemüse für Diabetiker geeignet. Inulin ist ein Polysaccharid, welches vom menschlichen Dünndarm nicht resorbiert wird. Daher beeinflusst es nicht den Blutzuckerspiegel und wird in der Therapie bei Diabetes mellitus als Stärkeersatz verwendet.

Die enthaltenen Polyphenole sind für ihre entzündungshemmende, antioxidative und krebsvorbeugende Wirkung bekannt. Sie schützen unsere Zellen vor freien Radikalen und vor Infektionen. Sie regen das Immunsystem an und hemmen die Entstehung von schädlichen Stoffwechselprodukten. Daher sind diese sekundären Pflanzenwirkstoffe in den letzten Jahren Gegenstand intensiver Forschungen bezüglich ihrer Wirkung bei verschiedenen Krankheitsbildern wie Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebserkrankungen geworden.

Topinambur enthält unter anderem viel Inulin. Dieses wird vom Dünndarm nicht aufgenommen, sondern „schützt“ die Darmwand und stärkt die Darmflora. Ebenso im Dickdarm wird die Darmflora gestärkt und die Vermehrung nützlicher Darmbakterien gefördert. Allerdings kann Inulin im Dickdarm auch vermehrt Blähungen verursachen was sich bei einem Reizdarmsyndrom auch negativ auswirken kann.

In der Küche findet die gesunde Knolle vielseitige Anwendung. Im Gegensatz zur Kartoffel ist Topinambur auch roh essbar. Sogar die Schale kann bedenkenlos gegessen werden. Gekocht oder gebraten erinnert der leicht nussige Geschmack von Topinambur an Kastanien. Geröstet kann Topinambur auch als Kaffeeersatz dienen. Ähnlich wie bei der Zichorienwurzel wird das enthaltene Inulin beim Rösten in Oxymethylfurfurol umgewandelt, was für ein kaffeeähnliches Aroma sorgt.

In der kleinen Familienmanufaktur vom Obsthof Retter wurde in Handarbeit ein schmackhaftes Topinambur-Elixir entwickelt. Das teilweise entsaftete Wurzelfleisch ist die ideale Grundlage für verschiedene Ansätze, Gewürzmischungen, Backmischungen oder andere Köstlichkeiten. Hier verraten wir euch ein tolles und einfaches Rezept für leckere Topinambur-Bratlinge.

Topinambur-Bratlinge:

400 g Topinambur (roh, küchenfertig und zerkleinert in Bio-Qualität)
1 Ei
50 – 60 g Mehl
Salz / Pfeffer
1 Bund frische Kräuter oder Wildkräuter nach Wahl
Etwas Öl zum Braten

Die küchenfertige Topinambur wird mit dem Ei und dem Mehl vermengt, bis eine gut formbare Masse entsteht. Die Wildkräuter werden fein gehackt und unter die Masse gemischt. Zum Schluss wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Anschließend formt man aus der Masse flache Bratlinge. In einer Pfanne wird etwas Pflanzenöl erhitzt. Bei mittlerer Hitze werden die Bratlinge auf beiden Seiten knusprig gebraten. Besonders lecker schmecken sie frisch mit einem Wildkräuterdip oder knackigem Salat. Wir wünschen gutes Gelingen!

 

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