Der fruchtig frische Duft der Orange steht für mich in unmittelbarer Verbindung mit einer besonderen Erinnerung. In meiner Kindheit machten wir Urlaub in Griechenland, wo ich das erste Mal ein ganzes Feld mit Orangenbäumen bestaunen durfte. Die Früchte waren gerade reif und hingen prall und saftig an den Bäumen. Der Duft, der uns einhüllte, als wir das Feld betraten, war unbeschreiblich. Nicht nur die frischen saftigen Früchte dufteten. Auch jeder Zweig, jedes Blatt der Bäume verströmte sein unvergleichliches Aroma. So ist dieser Duft für mich immer ein wenig mit Sommer, Sonne und Meer verbunden.

In der Aromatherapie wirkt Orangenöl stimmungsaufhellend, entspannend und antidepressiv. Hier ist das kaltgepresste Öl aus den Schalen der Früchte gemeint. Unterschieden wird zwischen Orangenöl bitter, süß oder auch Blutorangenöl. Doch nicht nur die Schale liefert uns ihre Duftessenz. Aus den Blüten wird durch Wasserdampfdestillation das wunderbar blumige Neroliöl gewonnen. Ihm wird eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem nachgesagt. Neroli-Hydrolat verwende ich sehr gerne als Zutat in meiner Gesichtskosmetik. Aus den Blättern und Zweigen des Orangenbaumes gewinnt man ebenso durch Wasserdampfdestillation das leicht herbe Petit Grain Öl. Ihm wird eine stimmungsaufhellende, ausgleichende und angstlösende Wirksamkeit zugesprochen. Zusätzlich wirkt es keimhemmend und hautstraffend. Dieses Jahr 2021 wurde der Orangenbaum auch von der Vereinigung der gewerblichen AromapraktikerInnen zur Duftpflanze des Jahres gewählt.

In der Kosmetik gibt es zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für die verschiedenen Düfte des Orangenbaumes. In diesem einfachen Rezept für Badekugeln habe ich das Aroma der Blüten, der Frucht sowie auch der Blätter und Zweige vereint um diesen wunderbaren Baum in seiner Ganzheit genießen zu können. Die Herstellung ist gänzlich einfach. Man benötigt für das Grundrezept folgende Zutaten.

150 g Backpulver
75 g Zitronensäure
75 g Milchpulver
50 g Kokosfett
15 g Kakaobutter
1 Handvoll getrocknete Orangenblüten
10 Tropfen äth. Orangenöl süss
5 Tropfen äth. Petitgrain Öl
1 bis 2 EL Mandelöl oder Jojobaöl

Als erstes werden die pulverförmigen Bestandteile gut vermischt. Dabei ist zu beachten, dass man wirklich trocken arbeitet, da sich die Zutaten bei einwirken von Feuchtigkeit sogleich auflösen würden. Das Kokosfett und die Kakaobutter werden vorsichtig geschmolzen und anschließend gut mit dem Pulver vermengt. Dabei sollte das Fett zwar warm aber auf keinen Fall zu heiß sein. Wenn alles gut und gleichmäßig vermischt ist, erhält man eine sandige Masse, die sich schon ganz gut zu Kugeln formen lässt. Damit wäre die Grundmasse fertig.

Unter diese Grundmasse werden nun die Orangenblüten gemischt. Die ätherischen Öle sollte man nicht pur in die Mischung geben, sondern vorher mit einem hautfreundlichen Öl wie Mandelöl oder Jojobaöl vermengen. Erst dann fügt man sie der Badekugel-Mischung bei und mengst sie gut unter, sodass man eine möglichst homogene Verteilung erhält.

Wenn man ein äth. Öl für Kosmetik das erste Mal verwendet, empfiehlt es sich, einen kleinen Verträglichkeitstest auf der Haut durchzuführen. Dazu vermengt man einen Tropfen des Öls mit einem gut verträglichen Hautöl (Olivenöl, Jojobaöl etc.) und trägt es so auf dem Handrücken oder in der Armbeuge auf. Wenn nach einigen Minuten keinerlei Reizungen an dieser Stelle entstehen, ist das Öl gut verträglich und für den weiteren Gebrauch geeignet.

Hat man nun die Masse soweit fertig, werden daraus per Hand Kugeln geformt. Man kann auch beliebige Formen verwenden wie zum Beispiel kleine Muffin-Formen, wie ich es hier gemacht habe. Die Größe der Form sollte so gewählt sein, dass eine Portion genau für ein Vollbad reicht. Die befüllten Formen oder Kugeln werden anschließend in den Kühlschrank gegeben, wo sie aushärten können. Durch das Kokosfett und die Kakaobutter werden die Kugeln nun wieder fest und können nach dem Aushärten dekorativ verpackt werden. Die Kugeln sollten bis zum Gebrauch kühl und trocken gelagert werden. Ich wünsche gutes Gelingen!

 

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