Diese Salbe heißt nicht etwa so, weil sie aus dem alten „Holzhiasl“ gemacht wurde, sondern weil eine wichtige Zutat der Salbe aus dem Wald des alten Holzhiasl´s stammt. Der „Holzhiasl“ ist der Vulgo-Name meiner Familie. Holz bezieht sich auf den Waldbesitz, der zum alten Familienhof gehört. Hiasl ist der Spitzname von „Matthias“. So hieß mein Urururgroßvater, Matthias Wagner, der vor langer Zeit unseren Familienhof erbaut hatte. In alten Landkarten ist das Anwesen noch mit dem Vulgo-Namen „Holzhiasl“ eingetragen. Die Zufahrt zum Hof ist der „Holzhiasl-Weg“ und ich bin die „Holzhiasl-Tochter“ in der nun 7ten Generation. Doch damit ist meiner Ahnenreihe vorerst genug Ehre zugeteilt. Hier im Beitrag geht es um das Rezept dieser gut wirksamen Schmerzsalbe.

Ein wichtiger Bestandteil ist das von Hand gesammelte Fichten- und Lärchenharz. Grundsätzlich kann man jedes Harz von Nadelbäumen verwenden, außer natürlich das der giftigen Eibe, welche als einziger Nadelbaum die Besonderheit aufweist, kein Harz zu bilden. Ich vermische für diese Salbe Fichten- und Lärchenharz zu ungefähr gleichen Teilen. Dabei sollte man auch nicht nur frisches Harz, sondern auch älteres Harz verwenden. Gesammelt wird, was man von Hand pflücken kann ohne den Baum erneut zu verletzten. Eine alte Kräuterfrau hat mir mal erklärt, dass Harz aus dem Wurzelbereich der Bäume besonders stark wirksam ist. Daher freue ich mich immer besonders, wenn ich nach Waldarbeiten Wurzelharz an den Bäumen finde.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist Mohnblütenöl. Volksmedizinisch wird Mohnblütenöl zur Linderung von Muskelschmerzen und Schmerzen des Bewegungsapparats verwendet. Das Mohnblütenöl für diese Salbe habe ich bereits im Sommer zur Blütezeit des Mohns hergestellt. Die genaue Anleitung dafür findet ihr hier:

https://www.andi-und-alex.at/mohnbluetenoel-richtig-ansetzen/

Als dritte wichtige Zutat ist Johanniskrautöl enthalten. Johanniskraut ist nicht nur als pflanzliches Antidepressivum, sondern auch zur Behandlung von Muskelschmerzen und Schmerzen des Bewegungsapparats medizinisch anerkannt. Für mein hausgemachtes Johanniskrautöl sammle ich die Blüten des Krauts um die Mittsommerzeit und zerreibe diese grob im Mörser damit der rote Blütensaft besser austreten kann. Für den Ölansatz lasse ich die frisch gesammelten Blüten 1-2 Tage antrocknen um den Wassergehalt in den Blüten zu verringern. Anschließend wird das Kraut mit Olivenöl von guter Qualität in einem Glas für 6-8 Wochen angesetzt. Das fertige Johanniskrautöl wird in Braunglasflaschen abgefüllt und direkt verwendet oder, so wie hier zu einer Salbe weiterverarbeitet. Für die Holzhiasl-Schmerzsalbe verwenden wir nun folgende Zutaten.

50 g Baumharz
50 g Mohnblütenöl
50 g Johanniskrautöl
12 bis 15 g Bienenwachs

Zuerst muss das Baumharz gut gereinigt werden. Dazu wird es langsam unter ständigem Rühren zusammen mit den fetten Ölen erwärmt. Das Harz schmilzt allmählich und verbindet sich mit dem Öl zu einer klaren Flüssigkeit. Die Verunreinigungen in Form von Nadeln, Rindenstücke und Sonstigem was im Harz kleben bleibt, können nun leicht durch ein feines Sieb abfiltriert werden. Ich verwende hier gerne ein möglichst feines Edelstahlsieb, da sich dieses danach gut reinigen lässt. Auf keinen Fall sollte man durch einen Nylonstrumpf filtrieren, da man so Verunreinigungen und synthetische Weichmacher durch die Kunstfasern in die Salbe bringt. 

Das Harz-Öl Gemisch wird anschließend nochmal vorsichtig erwärmt und das Bienenwachs wird eingerührt bis es geschmolzen ist. Wer die Salbe ein wenig fester haben möchte, verwendet entsprechend mehr Bienenwachs. Die Salbe sollte auf jeden Fall gut verteilbar bleiben. Ist das Bienenwachs geschmolzen, füllt man die fertige Salbe in Braunglastiegel ab und lässt sie abkühlen bis sie fest geworden ist.

Ich verwende die Salbe bevorzugt als Schmerzsalbe für meinen Rücken, ganz besonders wenn das kaltnasse Wetter wieder einmal meine Bandscheiben quält. Generell ist die Salbe gut bei Muskel- und Gelenksbeschwerden wie auch bei rheumatischen Beschwerden zu verwenden. Ich wünsche allen gutes Gelingen beim Ausprobieren und einen schönen Gruß vom alten Holzhiasl!

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