Der Mohn steht derzeit in voller Blüte und viele möchten damit ein Ölmazerat für Massagen gegen Muskelschmerzen herstellen. Dabei tauchen immer wieder verschiedene Fragen zum Thema auf, ebenso wie Kritiken bezüglich des Erntens der Blüten. Hier findet ihr eine kleine Anleitung mit allen wesentlichen Punkten zum Thema.

Volksmedizinisch werden für ein solches Massageöl die Blüten des Klatschmohns (Papaver rhoeas) verwendet. Wer andere Mohnsorten zuhause im Garten hat, kann natürlich auch diese Blüten verwenden. Verwendet werden nur die äußeren Blütenblätter und nicht die inneren Teile! Die inneren Teile der Blüte, aus denen sich später die Kapsel bildet, sind zäh und enthalten sehr viel Feuchtigkeit. Dadurch besteht die Gefahr,  dass sich gefährliche Bakterien wie Clostridium botulinum im Öl bilden! Auch von anderen Blüten, wie z.B. der Rose nimmt man nur die äußeren Blütenblätter, nicht jedoch den inneren Teil mit dem Griffel! Bei anderen Blüten, wie z.B. der Ringelblume empfiehlt es sich auch, die Blütenköpfe vor dem Ansatz zu zerteilen. Desweiteren vermindert man die Gefahr der Verkeimung auch, indem man die Blütenblätter vor dem Ansatz etwas anwelken lässt, um die Feuchtigkeit darin zu vermindern. Wer viel Feuchtigkeit in sein Ölmazerat bringt, läuft Gefahr, dass dieses kippt und verkeimt!

Beim Ansatz selbst ist darauf zu achten, dass die Pflanzenteile nicht zu fest zusammengepresst werden sondern locker im Öl verteilt sind. Stopft man die Pflanzenteile zu fest ins Glas, besteht ebenso die Gefahr, dass sich im feuchten Medium, eingeschlossen im Öl gefährliche Keime bilden. Desweiteen sollte man auch keine ungeöffneten Knospen verwenden, sondern nur die entfalteten Blütenblätter. Am besten man gibt die vorgewelkten Blütenblätter locker in ein Glas, und gießt anschließend mit einem guten fetten Öl seiner Wahl auf. Man sollte den Ansatz auch gut umrühren oder schütteln können, sodass eingeschlossene Luftblasen entweichen können.

Da bezüglich des Ansetzens von Blüten oft der Hinweis auf die Bienen und andere Bestäuber kommt, möchte ich hier eine Beobachtung mit euch teilen. Die Mohnblüten werden am ersten Tag ihrer Blüte, noch bevor sie richtig geöffnet sind, sehr zahlreich von Bienen besucht, welche die inneren Staubblätter regelrecht abgrasen. Am zweiten Tag der Blüte sind kaum noch Bienen darin zu finden, da die Bestäubung offenbar schon stattgefunden hat. Bei Rosen erntet man die Blütenblätter im Normalfall von den frisch aufgeblühten Blüten. Der Griffel mit den Staubblüten bleibt unversehrt an der Pflanze. Hierbei habe ich oft beobachtet, dass die Bienen auch ohne die Blütenblätter den Griffel bestäuben.

Hat man nun seine Blütenblätter geerntet und in Öl angesetzt, so lässt man diesen Ansatz ziehen, bis die Blütenblätter ihre herrliche rote Farbe verlieren. Dies ist ein Zeichen dafür, dass ihre Wirkstoffe langsam ins Öl übergehen. Man kann auch mehrfach neue Blütenblätter hinzufügen, und die alten, ausgelaugten entfernen, sodass man ein intensiveres Öl erhält. Vor allem beim Mohn macht das Sinn, da täglich neue Blüten aufgehen und diese meist nur 2 bis 3 Tage blühen bevor sie ihre Blütenblätter von selbst wieder abwerfen.

Ist das Mohnblütenöl nach ca. 2 bis 4 Wochen fertig, filtriert man es ab und füllt es am besten in Braunglasflaschen, da die meisten Öle Lichtschutz benötigen. Dieses Öl kann man direkt für Massagen verwenden, oder es in entsprechenden Zubereitungen weiter verarbeiten. Ich wünsche euch gutes Gelingen!

https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/selbst-hergestellte-kraeuteroele-und-in-oel-eingelegte-gemuese-bergen-gesundheitliche-risiken.pdf

https://mobil.bfr.bund.de/cm/350/hinweise_fuer_verbraucher_zum_botulismus_durch_lebensmittel.pdf

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