Verschiedene Pflanzen der Gattung Artemisia stehen derzeit in unseren Gärten oder an den Wegrändern in ihrer vollen Pracht. In der griechischen Mythologie ist Artemis die Göttin des Waldes, der Jagd, des Mondes und der Geburt. Und tatsächlich wirken alle Pflanzen dieser Gattung mehr oder weniger auf den Uterus, weshalb sie nicht in der Schwangerschaft verwendet werden sollten. Verantwortlich dafür sind Thujone, welche Bestandteil der enthaltenen ätherischen Öle sind. Des Weiteren enthalten Artemisia-Pflanzen viele Bitterstoffe, weshalb sie eine verdauungsfördernde Wirkung haben und häufig als Gewürzpflanzen verwendet werden.

Für den Laien sind die einzelnen Arten oft nicht einfach zu unterscheiden. Daher sind in diesem Beitrag ein paar der wichtigsten Vertreter der Gattung Artemisia mittels Bildbeschreibung gegenübergestellt. Die einzelnen Detailbilder sind zusätzlich jeweils beschrieben. Insgesamt umfasst die Gattung Artemisia bis zu 500 verschiedene Arten. Folgende Vertreter sind wohl am häufigsten in unseren Gärten anzutreffen. Beginnen wir mit dem wirksamsten Vertreter der Familie, dem Wermut.

 

Wermut (Artemisia absinthum)

Der echte Wermut zählt zu den anerkannten traditionellen Arzneipflanzen. Verwendet wird er als Bitterdroge bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden sowie zur Anregung der Leberfunktion. Wermut ist das klassische Absinthkraut. In der Antike wurde er auch zur Förderung der Menstruation sowie als Abtreibungsmittel verwendet. Aufgrund seines bitteren Geschmacks ist ein Tee aus Wermutkraut nicht jedermanns Sache. Häufig findet er in Form von alkoholischen Auszügen wie Tropfen, Liköre oder Wermutwein Anwendung.

Wie alle Artemisia-Pflanzen ist auch der Wermut eine ausdauernde krautige Pflanze. Wermut ist nicht winterhart und treibt jedes Jahr neu aus. Im Wuchs kann er eine Höhe von bis zu 150 cm erreichen. Auffallend im Vergleich zu den anderen Artemisia-Arten ist die silbrig-grüne Blattfarbe. Der Stiel ist glatt und ebenso silbrig. Die Blätter sind zwei- bis dreilappig geteilt. Die kleinen gelben Korbblüten sind rispenartig angeordnet. Sein Geruch ist bitter herb.

 

Beifuß (Artemisia vulgaris)

Der gewöhnliche Beifuß ist an Wegrändern und auf Schutthalten häufig anzutreffen. Im Wuchs ähnelt er stark seinem „großen Bruder“ dem Wermut. Er treibt ebenso jedes Jahr neu aus und kann sogar eine Wuchshöhe von bis zu 2 Metern erreichen. Seine gefiederten Blätter sind dunkelgrün und nur an der Blattunterseite silbrig behaart. Die Stängel sind gerillt und grün bis rötlich gefärbt. Die unscheinbaren Korbblüten sind weiß bis grau und ebenso wie beim Wermut rispenartig angeordnet.

Beifuß dient häufig als Gewürzpflanze für schwer verdauliche und fette Speisen. Sein bitterer Geschmack fördert die Magensaftsekretion und den Gallenfluss. Volksmedizinisch wird Beifuß auch bei Verdauungsbeschwerden und zur Appetitanregung verwendet. Des Weiteren soll Beifuß im Schuh getragen dem Wanderer dabei helfen keine müden Füße zu bekommen. Im Volksbrauch ist Beifuß auch eine alte Ritualpflanze und dient häufig als Räucherkraut.

Eberraute (Artemisia abrotanum)  

Die Eberraute ist vielen auch als Colakraut bekannt. Tatsächlich dient sie zum Aromatisieren diverser Limonaden. Aufgrund des bitteren Geschmacks wird sie in der Küche auch, ähnlich wie der Beifuß, zum Würzen fetter Speisen verwendet. In der Volksmedizin dient die Eberraute zur Verdauungsförderung und Appetitanregung. Ebenso soll sie aufgrund ihres Geruchs Fliegen und Ungeziefer vertreiben. In der Antike war sie als Mittel zur Beschleunigung von Geburten bekannt. Auch als Wurmmittel und stärkendes Mittel für die Nerven wurde sie eingesetzt.

Die Eberraute wächst als Halbstrauch mit einer Wuchshöhe von bis zu 130 cm. Die unteren Teile der Pflanze verholzen und treiben im Frühling wieder neu aus. Die silbrig-grünen Laubblätter sind fein gefiedert. Die kleinen Korbblüten sind unscheinbar und rispenförmig angeordnet.

Estragon (Artemisia dracunculus)

Estragon ist uns vor allem als Einlege- und Gewürzkraut bekannt. Verwendet werden dabei die oberen Triebspitzen und die jungen Blätter. Das typische Aroma findet man in Senf, essigsaurem, eingelegten Gemüse wie Gurken, aber auch in Saucen, Marinaden, Salaten, Suppen und Kräuterbutter, sowie als Gewürz bei Fisch und Geflügel. Volksheilkundlich wird Estragon zur Förderung der Verdauung sowie als Harntreibendes Mittel verwendet. Da das im ätherischen Öl enthaltene Estragol unter Verdacht steht cancerogen und erbgutschädigend zu sein, empfiehlt das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz Estragon nur in der Küche, nicht aber in der Heilkunde zu verwenden.

Die krautige Pflanze kann eine Wuchshöhe von bis zu 150 cm erreichen. Estragon ist nicht winterhart und treibt im Frühling wieder neu aus. Die grünen Laubblätter sind schmal und lanzettenförmig. Der Stiel der Pflanze ist glatt und grün mit schwach rötlicher Färbung. Die kleinen gelben Korbblüten sind rispenförmig angeordnet.

Ich hoffe mit dieser kleinen Gegenüberstellung einen guten Überblick über die, bei uns am häufigsten verwendeten Vertreter der Gattung Artemisia geschaffen zu haben und wünsche allen Lesern viel Freude beim Sammeln ihrer Kräuter.

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