Die Apfelblüte ist immer wieder eine ganz wunderbare Zeit. Besonders in den Obstregionen, wie hier im steirischen Apfelland verwandelt sich das Landschaftsbild jedes Jahr aufs Neue in eine blühende Märchenwelt.

Nicht nur im Herbst der reife Apfel, sondern auch die duftenden Apfelblüten können in der Küche wie auch in der Kosmetik verwendet werden. Apfelblüten frisch oder getrocknet als Tee sind eine wunderbare Zutat in Kräuterteemischungen mit fruchtigem Blütenaroma. Mit Zucker zu Sirup verkocht erhält man das feine Apfelblütenaroma übers ganze Jahr. Ebenso Apfelblütensalz, Apfelblütenzucker oder Apfelblütenlikör kann man aus den feinen Blüten bereiten. Eine Tinktur der Blüten wird zu Gesichtswasser oder Deodorant weiterverarbeitet. Ein Hydrolat bildet die Grundlage für feine Cremen.

Die frischen Apfelblüten erntet man am besten vormittags, wenn der Tau bereits getrocknet ist, an einem sonnigen Tag. Dabei zupft man nur die äußeren Blütenblätter ab und lässt den Stempel für die Bienen stehen. So kann dieser noch befruchtet werden und sich später zu einem Apfel weiterentwickeln.

Für ein feines Apfelblütenöl fülle ich die frisch abgezupften Blütenblätter locker in ein sauberes Schraubglas. Das Glas sollte zu ca. zwei Drittel mit den Blüten gefüllt sein, diese nicht zusammenpressen! Anschließend fülle ich das Glas mit einem guten hautfreundlichen Öl auf. Bei Apfelblüten eignet sich besonders gut Mandelöl oder Jojobaöl. Dieses zieht auch gut in die Haut ein und kann für feine Gesichtscremes weiterverwendet werden. Der Ansatz wird nun verschlossen und mehrmals über Kopf geschwenkt. Anschließend lässt man ihn einige Tage an einem hellen, trockenen Ort stehen. Einmal am Tag sollte der Ansatz kontrolliert und über Kopf geschwenkt werden. Bereits nach wenigen Tagen werden die Blütenblätter leicht durchsichtig, sodass man die Äderung darin erkennt. Das ist das Zeichen dafür, dass sie ihre Kraft und ihr Aroma an das Öl abgegeben haben. Nun kann man den Ansatz abfiltrieren, die Blütenblätter dabei gut ausdrücken und das fertige Öl in eine Braunglasflasche abfüllen, oder zu feinen Cremes weiterverarbeiten.

Für einen Apfelblütensirup verwende ich gut zwei Handvoll frische Apfelblüten auf einen Liter Wasser und ca. 0,75 kg Zucker oder Zuckerersatz. Zur Unterstreichung des feinen Geschmacks kann man den Sirup auch mit 1 bis 2 Gewürznelken oder einer halben Vanilleschote versetzen. Des Weiteren fügt man eine Prise Zitronensäure oder frischen Zitronensaft hinzu. Die Apfelblüten werden mit den übrigen Zutaten kurz aufgekocht. Zugedeckt lässt man den Ansatz für ca. 10 bis 15 Minuten simmern. Anschließend rührt man den Zucker ein bis er gelöst ist und lässt den Ansatz nochmal kurz aufkochen. Zum Schluss wird abfiltriert und der fertige Sirup noch heiß in vorbereitete Flaschen abgefüllt. Verschlossen ist der Sirup bis zu einem Jahr haltbar.

In vielen Anbau-Regionen finden jetzt zur Blütezeit Feste und Veranstaltungen rund um den Apfel statt. So auch an der steirischen Apfelstrasse im Südosten Österreichs, wo wir uns am kommenden Wochenende auf das Apfelblütenfest freuen dürfen. Neben traditionellen Apfelschmankerln, Apfelwein und Kunsthandwerk wird als Höhepunkt der Feierlichkeiten eine alljährliche Apfelkönigin gekrönt. Mitten in diesem bunten Treiben fühlt man sich unweigerlich zurückversetzt in eine uralte Zeit, mit Riten und Traditionen, wie sie bei unseren keltischen Vorfahren gepflegt wurden. Und tatsächlich befindet man sich hier mitten im Kelten-Kernland, rund um den Kulm mit seinen alten Keltenschanzen und dem Lochsteingebiet mit seinen uralten Menhiren. Vielleicht sind gerade deshalb hier die alten Traditionen noch so lebendig geblieben. 

Quellen:

 

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Apfelpulver

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84pfel

https://www.apfelstrasse.at/

 

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Andi + Alex
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