Oxymel ist ein altes, volksmedizinisches Hausmittel, dass in vielen Regionen Europas und Asiens, bis in den Orient seit Generationen verwendet wird. Der Name Oxymel leitet sich aus dem lateinischen ab und bedeutet „Säure und Honig“. Tatsächlich sind die Hauptbestandteile dieser Naturmedizin qualitativ hochwertiger Essig, der in einem speziellen Gemisch aus ausgewählten Kräutern zusammen mit Honig funktionell abgestimmt wird.

Essig allein schon ist in der Küche sowie in der Volksheilkunde seit Jahrhunderten nicht wegzudenken. Essig von guter Qualität enthält viele Mineralstoffe und Spurenelemente, sowie Vitamin A, B-Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Für mein Oxymel verwende ich hochwertigen Apfelessig in Bio-Qualität.

Honig ist seit langem für seine zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt. Neben seinen wirksamen Enzymen enthält Honig Vitamine, Spurenelemente, Fruchtzucker, Aminosäuren und weitere essentielle organische Verbindungen. In Bienenhonig von guter Qualität sind auch zahlreiche natürliche Antioxidantien enthalten. Seine entzündungshemmende Wirkung ist seit alters her bekannt.

Je nach Anwendungsbereich kann man vom Oxymel mit ausgewählten Kräutern verschiedene Sorten herstellen. Der Auszug der Kräuter wird im Essig gemacht. Ich persönlich bevorzuge es für mein Oxymel 2 bis 3 ausgewählte Kräuter gut aufeinander abzustimmen. Zu viele verschiedene Kräuter können sich unter Umständen auch in ihrer Wirkung blockieren. Passend zum kommenden Herbst habe ich mich dieses Mal für eine immunstärkende Kräutermischung entschieden. Dazu verwende ich eine Mischung aus Echinacea und Zistrose.

Vom Echinacea purpurea ist die kurzfristige, innerliche Anwendung von Frischpflanzenzubereitungen zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten medizinisch allgemein anerkannt. Die Kommission E empfiehlt Echinacea purpurea zur unterstützenden Behandlung von wiederkehrenden Infekten im Bereich der Atemwege sowie der ableitenden Harnwege. Aber Vorsicht! Da Echinacea eine starke Immunstimulierende Wirkung zeigt, dürfen Echinaceapräparate von Patienten mit Autoimmunkrankheiten oder Immunschwächeerkrankungen nicht angewendet werden.

Die Zistrose wird unter anderem volksmedizinisch vorbeugend sowie akut zur Behandlung von Erkältungskrankheiten und grippalem Infekt angewendet. Aktuell ist die Zistrose umfassend im Gespräch bezüglich ihrer antiviralen Eigenschaften. In Untersuchungen wurde bestätigt, dass eine innerliche Anwendung der Zistrose das Eindringen und Anheften an Körperzellen, einiger Viren verhindert werden kann.

Für die Herstellung des Oxymel werden die Kräuter nun 4 bis 5 Wochen im Essig ausgezogen. Dazu fülle ich ein Ansatzgefäß zu ca. einem Drittel locker mit den Kräutern und gieße anschließend mit Apfelessig auf. Diese Auszugsmethode ist vor allem für Kräuter, Blüten und Blätter gut geeignet. So können die Wirkstoffe gut in den Essig übergehen. Wer Wurzeln und Rinden für sein Oxymel verwendet, kann den Auszug auch unter Einwirkung von Hitze durchführen. Gerade bei Wurzeln und Rinden hat das Einwirken von Hitze den Vorteil, dass die Zellstrukturen besser aufgebrochen werden, und so die Wirkstoffe besser ausgezogen werden können. Allerdings sollte man hier beachten, dass nicht alle Inhaltsstoffe hitzebeständig sind. Damit leicht flüchtige Inhaltsstoffe nicht entweichen, sollte man hier immer zugedeckt, wenn möglich im geschlossenen System arbeiten.

Sind die Kräuter nun entsprechend im Essig ausgezogen, werden diese abfiltriert und gut ausgedrückt. Der fertige Kräuteressig wird im Anschluss mit Honig zu Oxymel weiterverarbeitet. Achtung! Nach der Zugabe vom Honig sollte die Zubereitung nicht mehr weiter erhitzt werden. In vielen Rezepturen wird hier ein Mengenverhältnis von 1 zu 3 angegeben. Also auf einen Teil Essig werden 3 Teile Honig zugegeben. Mir persönlich ist dieses Mischungsverhältnis eindeutig zu süß. Aber natürlich ist dies Geschmacksache und es muss jeder für sich selbst testen. Je nach Sorte bevorzuge ich ein Mischungsverhältnis von 1 zu 2 oder sogar 1 zu 1.  Dabei wird der Honig gleichmäßig und sorgsam in den Kräuteressig eingerührt, bis keine Schlieren mehr sichtbar sind und die Mischung homogen ist. Anschließend wird das fertige Oxymel in saubere Flaschen abgefüllt. Bei richtiger Lagerung ist Oxymel gut 1 Jahr haltbar.

Oxymel kann pur oder verdünnt über den Tag verteilt eingenommen werden. Die Empfehlungen für Erwachsene liegen je nach Körpergewicht zwischen 30 bis 50 ml Oxymel am Tag um das Immunsystem zu stärken. Dies entspricht 2-3 Esslöffel. Man kann diese pur eine halbe Stunde vor der Hauptmahlzeit einnehmen, oder in einem Glas Wasser verdünnt trinken. Bei einer Kur mit Oxymel sollte man nach 3 Wochen eine mindestens 1-wöchige Pause einlegen um den Körper und das Immunsystem nicht allzu sehr daran zu gewöhnen. Auch in der kalten Küche kann man Oxymel verwenden. Ich mische es gerne in Salatsaucen oder kalte Getränke. In diesem Sinne bleibt gesund und gutes Gelingen!

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