Die Melisse, Arzneipflanze des Jahres 1988 und Duftpflanze des Jahres 2014, gehört zu den traditionellen, pflanzlichen Arzneimitteln.

Innerlich als Tee wirkt sie beruhigend und entspannend und wird daher bei Unruhe, Reizbarkeit und nervös bedingten Einschlafbeschwerden eingesetzt. Aber auch bei Verdauungsbeschwerden findet die Melisse Anwendung und ist Bestandteil von so manchem Magentee.

Äußerlich wird die Melisse aufgrund ihrer antiviralen Wirkung besonders bei Herpesinfektionen (Lippenbläschen durch Herpes simples HSV-1 und HSV-2) verwendet. Desweiteren werden auch wunde Hautstellen oder juckende Insektenstiche mit Melisse behandelt. Meine persönliche Erfahrung ist, dass juckende Insektenstiche sofort gelindert werden, wenn man sie mit Melissenbalsam behandelt.  

Den Melissenbalsam stelle ich selbst her, hier mein Rezept:

Melissenbalsam:

1 großer Bund Zitronenmelisse,

ca 200ml Olivenöl,
ca 40g Bienenwachs,
einige Tropfen ätherisches Melissenöl,
einige Tropfen ätherisches Lavendelöl,

Die frische Melisse klein schneiden und mit dem Olivenöl vorsichtig unter Rühren erwärmen. Ich verwende alle Pflanzenteile, wobei man die dicken Stängel weglassen kann, da sie kaum Wirkstoffe beinhalten und bei der Verarbeitung etwas stören können.

 Die Pflanzenteile soll man mindestens ½ h in schwacher Hitze ausziehen lassen, aber nicht kochen!  Anschließend zerkleinert man die Pflanzenteile und das Öl mit dem Pürierstab zu einem Brei. Danach sollte es aussehen wie ein dicker, klumpiger Spinat. Ich mache den Ölauszug immer so intensiv wie möglich, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Nun lässt man die Masse noch weitere 30 Minuten ziehen und dabei langsam abkühlen.

Im nächsten Arbeitsschritt gießt man die Masse durch ein Tuch und presst das Mazerat fest aus den Pflanzenteilen heraus.  Beim Tuch sollte man darauf achten, dass es sich um Naturfasern handelt, und es vorher nicht mit Waschmittel behandelt wurde, da man dieses Aroma sonst im Balsam hat. Am besten sind feine Leinentücher, welche man vor der Verwendung in reinem Wasser kurz auskocht.

Die übrig gebliebenen Pflanzenteile kann man verwerfen. Aber das Mazerat wird weiterverarbeitet. Man sollte nun ein schön dunkelgrünes, nach Melisse duftendes Öl zur Verfügung haben.

Dieses Öl wird nun wieder vorsichtig erwärmt und dabei wird das Bienenwachs eingerührt bis es geschmolzen ist. Wie an den Mengenangaben ersichtlich, verwende ich Öl zu Bienenwachs im Verhältnis 5 zu 1. Dadurch wird der Balsam recht fest und ist auch für die Verwendung als Stift geeignet. Wer möchte, kann den Balsam auch ein wenig cremiger machen und verwendet dann einfach ein Öl zu Wachs Verhältnis von 6 zu 1.

Wenn das Bienenwachs geschmolzen und gut eingerührt ist, nimmt man das Ganze wieder von der Flamme und rührt noch einige wenige Tropfen ätherisches Melissenöl und ätherisches Lavendelöl ein. Die Masse wird noch warm in Braunglastiegel abgefüllt. Die Tiegel lässt man offen stehen bis der fertige Balsam völlig ausgekühlt und fest geworden ist.

 

Melissen-Badesalz

Aufgrund ihrer antimikrobiellen und antiviralen Eigenschaften bereite ich auch gern ein Erkältungs-Badesalz für die kalte Jahreszeit. Damit kann man in der Übergangszeit den kleinen Schnupfenviren schon im Vorfeld den Garaus zu machen. Desweiteren wirkt die Melisse beruhigend und entspannend und unterstützt so die positive Wirkung eines heißen Bades.

Zusätzlich kann man auch noch ein wenig Lavendel beigeben, der ebenso beruhigende und entspannende sowie antiseptische Eigenschaften aufweist. Für mein Badesalz verwende ich:

500 g Meersalz,

20 g getrocknete Melissenblätter und Blüten
2 EL Olivenöl oder ein Mazerat aus Melissenöl, falls vorhanden
5 Tropfen ätherisches Melissenöl
5 Tropfen ätherisches Lavendelöl

Bei der Herstellung von Badesalz muss man darauf achten, sauber und trocken zu arbeiten! Ich verwende grobes Meersalz. Dieses wird zusammen mit den Melissenblättern und Blüten gut im Mörser verrieben. Dabei entfaltet die Melisse bereits ihr herrliches zitrusartiges Aroma.

Anschließend werden die ätherischen Öle gut mit dem fetten Öl vermengt. Ich habe im Sommer für meinen Melissenbalsam ein intensives Mazerat der Zitronenmelisse hergestellt, welches ich nun auch für mein Badesalz verwende. Man kann aber ebenso Olivenöl oder ein anderes hautfreundliches Öl verwenden. Wichtig ist, die ätherischen Öle vorher mit dem fetten Öl zu vermischen und erst danach unter die Kräuter-Salzmischung zu mengen. Dies sorgt für eine bessere Durchmischung der Bestandteile.

Bei den ätherischen Ölen ist darauf zu achten, dass es sich um naturechte Öle handelt, wenn möglich in Bio-Qualität. Auch sollte man immer die Sicherheitshinweise des Herstellers beachten. Wenn man ein Öl für Kosmetik das erste Mal verwendet, empfiehlt es sich, einen kleinen Verträglichkeitstest auf der Haut durchzuführen. Dazu vermengt man einen Tropfen des Öls mit einem gut verträglichen Hautöl (Olivenöl, Jojobaöl etc.) und trägt es so auf dem Handrücken oder in der Armbeuge auf. Wenn nach einigen Minuten keinerlei Reizungen an dieser Stelle entstehen, ist das Öl gut verträglich und für den Gebrauch als Kosmetik geeignet.

Sind nun alle Zutaten gut vermengt, füllt man das fertige Melissen – Badesalz in gut verschließbare Gläser ab. Man kann diese nun nach Belieben dekorieren und weiterverschenken, oder selbst ein Bad mit herrlich duftendem Badesalz genießen. Ich wünsche gutes Gelingen! 🙂

 

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