Eine wärmende Ingwer-Chili Salbe fördert die Durchblutung und ist, ähnlich wie eine Trauma-Salbe sehr wohltuend bei älteren, schmerzhaften Verletzungen des Bewegungsapparates. Die Anwendung kann sowohl bei rheumatischen Beschwerden, wie auch Beschwerden der Muskeln und Gelenke erfolgen. Durch die Erwärmung der betroffenen Stellen wird eine krampflösende und dadurch schmerzstillende Wirkung verursacht.

Dafür verantwortlich ist der im Chili enthaltene Wirkstoff Capsaicin. Aber Achtung! Chili und seine Zubereitungen sollten nicht auf geschädigte Haut oder Schleimhäute sowie im Augenbereich verwendet werden. Bei einer Behandlung mit Chili können Hautrötungen, Wärmeentwicklung sowie Brennen auf der Haut auftreten. Nach der Anwendung klingen diese Nebenwirkungen allerdings wieder ab.

Wichtig dabei ist, sehr scharfe Chilisorten zu verwenden, da ansonsten die wärmende Wirkung ausbleibt. Eine äußere Anwendung von bestimmten Chilisorten wie zum Beispiel Cayennepfeffer wurde auch medizinisch anerkannt. Zu den anerkannten Indikationen zählen eine Anwendung zur Linderung von Muskelschmerzen, speziell Rückenschmerzen, sowie bei degenerativen Gelenkserkrankungen wie Arthrose oder rheumatoider Arthritis. Desweiteren werden Chili und seine Zubereitungen bei Nervenschmerzen, schmerzhaften Neuropathien infolge von Diabetes, sowie Juckreiz, Schuppenflechte und Muskenhartspann im Bereich der Schultern und der Wirbelsäule eingesetzt. Eine Bewertung des HMPC, der ESCOP sowie der Kommission E liegen vor.

Auch der Ingwer zählt zu den traditionellen pflanzlichen Arzneimitteln. Volksmedizinisch wir er nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich bei rheumatischen Beschwerden und in wärmenden Salben verwendet. Für meine Ingwer-Chili Salbe habe ich frisches, teilweise entsaftetes Wurzelfleisch verwendet. Dieses eignet sich besonders gut für Ölauszüge und Ansätze, da man auf diese Weise weniger Feuchtigkeit in die Zubereitung bringt, was sich positiv auf die Haltbarkeit auswirkt.

Zusätzlich habe ich dieser wärmenden Salbe wenige Tropfen kühlendes Pfefferminzöl hinzugefügt. Durch das gleichzeitige Gefühl von Heiss und Kalt auf der Haut wird die Durchblutung noch mehr gefördert, was sich zusätzlich die positive Wirkung der Salbe bestärkt. Hier nund das Rezept:

400 ml Olivenöl
150 g frisches, entsaftetes Wurzelfleisch vom Ingwer
2 bis 3 EL sehr scharfes Chilipulver, in meinem Fall von Habaneros aus dem eigenen Garten, selbst hergestellt
2 TL Lanolin
60 g Bienenwachs
5 – 6 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl

Als erstes werden Ingwer und Chili über mehrere Stunden im Ölivenöl bei sanfter Wärme von ca. 70°C ausgezogen. Dabei wird der Ansatz öfter gerührt. Man sollte ihn in dieser Zeit auch zugedeckt lassen, da die Schärfe vom Chili sich ansonsten im Raum ausbreitet und die Augen zu brennen und die Nase zu jucken beginnt. Ist dies der Fall, ist die Schärfe der Chili genau richtig.

Hat das Öl genügend Wirkstoffe aus den Pflanzen aufgenommen, wird es abfiltriert. Übrig bleibt ein schönes, durch die Chili rot gefärbtes Öl mit einer intensiven Schärfe. Nun wird das Öl erneut vorsichtig erwärmt und das Bienenwachs sowie das Lanolin werden eingerührt bis alles geschmolzen ist. Zum Schluss nimmt man die flüssige Salbe von der Wärmequelle, lässt sie etwas abkühlen, aber noch nicht fest werden, sodass man das ätherische Pfefferminzöl einrühren kann. Anschließend füllt man in Braunglastiegel ab und lässt die fertige Salbe abkühlen bis sie fest geworden ist. Ich wünsche gutes Gelingen!

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