In den Monaten Mai und Juni steht die Kamille in voller Blüte. Nun ist die beste Zeit um die frischen Blüten zu ernten.

Die Kamille lässt sich hervorragend im Garten ziehen. Bei Wildsammlung sollte man den Platz sehr gut kennen um ausschließen zu können, dass die Pflanze möglicherweise mit Pestiziden kontaminiert ist. Sammelplätze die sich im Wasserschutzgebiet befinden sind hier bevorzugt.

Nach dem Sammeln sollte man die frischen Blüten 2-3 Tage trocknen lassen um den Wassergehalt in den Pflanzenteilen zu reduzieren. Diese Vorgehensweise dient vor allem der Haltbarkeit, da wasserhaltige Zubereitungen sehr anfällig für Keimbelastung sind und die Gefahr besteht, dass der Ansatz in späterer Folge zu schimmeln beginnt.

Anschließend füllt man ein Ansatzgefäß zu ca. 1/3 mit den vorbereiteten Kamillenblüten und gießt mit Olivenöl auf. Natürlich können in dem Fall auch andere fette Öle verwendet werden. Sinnvoll ist es darauf zu achten, dass es sich um hautfreundliche Öle handelt die auch gut nachfetten.

Dieser Ansatz wird nun an einem gleichmäßig temperierten Ort stehen gelassen. Übermäßige Wärme sollte vermieden werden, da die langkettigen Ölsäuren in der Hitze leichter zerfallen und die Gefahr besteht, dass das Öl schneller ranzig wird. Ebenso sollte man bei dem Ansatz gelegentlich eine Sichtkontrolle durchführen und ihn kopfüber schwenken um eine optimale Vermengung der Inhaltsstoffe zu garantieren.

Nach ca. 6-8 Wochen kann man das fertige Kamillenöl abfiltrieren. Hier empfiehlt es sich ein sauberes Tuch auch Naturfaser (Leinen oder Baumwolle) zu verwenden. Auch sollte man darauf achten, dass dieses Tuch nicht mit Waschmittel oder Weichspüler versetzt ist. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kocht das Tuch vor der Verwendung mit Wasser aus und lässt es anschließend gut trocknen. Der Ölansatz kann nun kalt durch das Tuch filtriert werden. Den Trester sollte man gut ausdrücken um eine optimale Ausbeute zu erreichen.

Nun wird das fertige Kamillenöl vorsichtig erwärmt und Bienenwachs im Verhältnis: Öl zu Wachs = 5 zu 1 eingerührt bis das Bienenwachs vollständig geschmolzen ist. Hier verwendet man am besten Wachs aus der Apotheke, da dieses eine hervorragende Qualität aufweist. Wenn man das Bienenwachs direkt vom Imker bezieht, empfiehlt es sich dieses vor der Verwendung zu reinigen indem man es verflüssigt und all die kleinen Schwebstoffe durch ein feines Tuch oder einen geeigneten Filter abfiltriert.

Ist das Bienenwachs vollständig geschmolzen und mit dem Kamillenöl gut vermengt, kann man die fertige Kamillensalbe noch warm und flüssig in geeignete Tiegel abfüllen. Hier verwendet man am besten Braunglas- oder Kunststofftiegel. Dies dient ebenso wieder der Haltbarkeit der Zubereitung. Wichtig ist hier der Lichtschutz, da das Olivenöl in der Salbe auf dauerhafte Lichteinwirkung reagiert und so schneller ranzig wird. Tiegel aus normalem Weißglas sind nicht geeignet.

Wenn die Kamillensalbe ausgekühlt und vollständig fest geworden ist, ist sie fertig zur Verwendung. Die Kamille wirkt entzündungshemmend und beruhigend und kann in Form von Salbe bei Hautreizungen angewendet werden. Desweiteren dient diese Salbe als hervorragende Handcreme bei rissigen Händen vor allem zur kalten Jahreszeit.

 

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