Überall sind nun wieder die gelbbraunen Stoppeln der abgeernteten Maisfelder zu sehen. Jährlich werden über eine Milliarde Tonnen Mais geerntet, womit er bei der Weltgetreideernte noch vor Weizen und Reis den ersten Platz einnimmt. Die größten Anbaugebiete findet man in den USA, China und Brasilien. Der Gedanke an die unendlich wirkenden Maisfelder hat wohl schon Stephen King zu einer interessanten Kurzgeschichte inspiriert.  

 

Das ursprünglich aus Mexiko stammende Süßgras zählt nicht nur zu den Grundnahrungsmitteln, sondern ist auch ein glutenfreies Getreide und somit für Menschen, die an Zöliakie leiden sehr gut geeignet. Desweiteren wird Mais als Tierfutter sowie zur Energiegewinnung und zur Herstellung von Kunststoffen eingesetzt. Nur etwa 15 % der globalen Maisernte wird als Lebensmittel verwendet.

 

In der Lebensmittelindustrie werden die Maiskörner zu Mehl und Gries oder auch zu Maisstärke weiterverarbeitet. Beliebte Produkte daraus wären Tortillas, Cornflakes, Polenta, Popcorn, Glucosesirup und nicht zu vergessen das Maiskeimöl.

 

Maiskeimöl wird sowohl heiß wie auch kaltgepresst. Es hat einen hohen Gehalt an Vitamin E und ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. In der Küche sollte es nicht über 160°C erhitzt werden. Daher ist es sehr gut geeignet für Salate, kalte Saucen und Marinaden. Aufgrund des hohen Vitamin E Gehalts wird es auch gern in der Kosmetik zur Herstellung von Cremen, Seifen und Haarprodukten verwendet.

 

In der Küche zählt der Mais auch zu den gesunden Gemüsesorten. Besonders im Sommer ist der Zuckermais sehr beliebt. Er ist reich an B-Vitaminen, Vitamin A, Vitamin C und Folsäure. Desweiteren enthält er Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Eisen und Magnesium und verfügt über einen hohen Gehalt an hochwertigen Proteinen und Ballaststoffen.

 

In der Herstellung pharmazeutischer Produkte dient der Mais als Grundlange für diverse Hilfsstoffe. Das Maiskeimöl dient als Basis für Salben und Hautpflegemitteln sowie als Trägerlösung für ölige Injektionen. Die Maisstärke dient als Pudergrundlage sowie als Hilfsstoff bei der Tablettenherstellung. Desweiteren dient sie auch als Ausgangsstoff bei der Herstellung von Sorbit oder Dextrin.

Als Maishaar oder Maisgriffel bezeichnet man die Fäden am oberen Ende der Maiskolben. In der Volksmedizin wird aus ihnen ein Tee zubereitet, dem eine harntreibende, entschlackende und antiseptische Wirkung nachgesagt wird. Er wird vor allem bei Nieren- und Blasenbeschwerden, Arthritis, Rheuma und Menstruationsbeschwerden getrunken. Einen Beleg für eine tatsächliche Wirksamkeit gibt es allerdings nicht. Die Maisgriffel enthalten derzeit noch unbekannte Alkaloide oder Aflatoxine und gelten daher als giftig. Beim Einatmen können sie Erregungszustände, Erbrechen, Koliken und Durchfall verursachen. In manchen Ländern Südamerikas werden sie als Rauschmittel geraucht.

 

Als Gemüse kann der Mais auch in der Schwangerschaft bedenkenlos gegessen werden. Da er allerdings Blähungen verursachen kann, sollte man in der Stillzeit eher darauf verzichten.  

Ich bereite gerne aus dem Maisgries Polentaschnitten, welche gebraten mit Salat oder auch als Beilage ganz hervorragend schmecken. Dazu bringe ich 1 Liter Wasser zum Kochen. Anschließend rühre ich erst 1 TL Salz sowie 1 TL Butter ein, danach füge ich löffelweise ca. 350 g Maisgries hinzu. Nun lässt man die Polenta unter ständigem Rühren ca. 10 Minuten köcheln bis sie ganz dick eingekocht ist. Anschließend füllt man den Maisbrei in eine vorbereitete Form und lässt ihn ruhen bis er abgekühlt ist. Von diesem Polenta-Block kann man je nach Bedarf ganz praktisch einzelne Schnitten herunter schneiden und in der Pfanne oder im Ofen braten. Man kann sie nach Lust und Laune belegen oder einfach als Beilage oder sogar Suppeneinlage nutzen. Im Kühlschrank ist die Masse auch mehrere Tage haltbar. Ich wünsche gutes Gelingen beim Ausprobieren.

 

 

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Mais

https://www.fitundgesund.at/mais-artikel-716

https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/saisonkalender/juli/mais

https://praxistipps.focus.de/ist-mais-gesund-alle-infos_97490

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Mais-Gesundes-Gemuese-mit-vielen-Kohlehydraten,mais164.html

https://lebensmittel-warenkunde.de/lebensmittel/fette-oele/pflanzliche-fette-oele/maiskeimoel.html

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