Hanfsamen erfreuen sich in unserer Ernährung immer größerer Beliebtheit. Ob nun als Knabberkerne, Hanfmehl, Müsliriegel, Hanföl oder auch als Hanfmilch, die gesunden kleinen Kerne lassen sich vielseitig in der täglichen Ernährung einbauen. Besonders beliebt sind sie bei Vegetariern und Veganern, da sie reich an Protein und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind.

In den Nährwerttabellen schwanken die Angaben bei 100 g Hanfsaat zwischen 25 bis 31 g enthaltenem Gesamtprotein. Davon sind unter anderem essentielle Aminosäuren wie Alanin, Arginin Asparaginsäure, Cystein, Leucin, Lysin und Phenylalanin enthalten. Im Vergleich zu Soja enthält Hanf keine Trypsininhibitoren, die die Aufnahme von Protein erschweren würden. Proteine spielen eine wesentliche Rolle bei der Zellerneuerung im Gewebe. Außerdem nehmen sie Einfluss auf verschiedene Körperfunktionen wie das kardiovaskuläre System, gastroindestinale Funktionen, die Bakterienflora, die Knochendichte, den Alterungsprozess, die Gewichtskontrolle und die Gerinnungsfaktoren.

Erwähnenswert ist auch der hohe Fettgehalt in der Hanfsaat. Auf 100 g Hanfsaat sind rund 49 g Fett enthalten, wobei davon ca. 5 g einfach ungesättigte Fettsäuren und rund 38 g mehrfach ungesättigte Fettsäuren ausmachen. Beim Hanföl ist darauf zu achten, das bei der Pressung Temperaturen ab 50°C nicht überschritten werden, da ansonsten die wertvollen ungesättigten Fettsäuren zerfallen und verloren gehen. Hanfmehl wird aus dem entfetteten Pressrückstand der Ölpressung hergestellt.

Essentielle Fettsäuren im Hanföl sind die Palmitinsäure, Stearinsäure, Ölsäure, Linolsäure und alpha-Linolensäure. Desweiteren sind Sterole, Phytosterine, Chlorophylle, Carotinoide und Vitamine enthalten. In der Medizin zeigt Hanföl positive Effekte bei zu hohen Cholesterinwerten oder Arteriosklerose. Durch den hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist Hanföl direkt therapeutisch einsetzbar. In der Küche lässt es sich gut zur Zubereitung von kalten Speisen verwenden.

An enthaltenen Vitaminen sind in der Hanfsaat vor allem die Tocopherole erwähnenswert. Des Weiteren sind B-Vitamine wie Thiamin, Riboflavin und Pyridoxin sowie Niacin und Natrium, Calcium, Kalium, Eisen, Phosphor und Magnesium enthalten. Die enthaltenen Phytosterole ähneln chemisch gesehen dem Cholesterin. Dadurch korrigieren sie im Körper den Cholesteringehalt im Blut und haben einen cholesterinsenkenden Effekt. Im Tiermodel wurden auch immunmodulierende und antikanzerogene Eigenschaften beobachtet.

Bei der Hanfmilch handelt es sich um ein pflanzliches Milch-Äquivalent. Dabei werden gemahlene Hanfsamen zusammen mit Wasser zu einer Emulsion verarbeitet. Die Herstellung ist gänzlich einfach. Ich verwende auf einen Liter Wasser rund 100 bis 150 g Hanfsamen. Grundsätzlich sind 100 g ausreichend. 150 g verwende ich, wenn ich meine Hanfmilch etwas gehaltvoller haben möchte. Die abgewogene Hanfsaat wird zusammen mit einem Teil des Wassers in der Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab möglichst fein verarbeitet. Anschließend wird mit dem restlichen Wasser aufgegossen und erneut durchgemixt. Dabei entsteht eine feine weiße Emulsion. Diese lässt man nun zugedeckt über Nacht im Kühlschrank ziehen. Am nächsten Tag mixt man erneut ordentlich durch. Danach werden die groben Schalenteile durch ein feines Sieb oder Tuch abfiltriert. Die Hanfmilch ist fertig zum Trinken oder kann wie andere Pflanzenmilch in der Küche verwendet werden. Der Filterrückstand kann als ballaststoffreiche Zutat im Müsli oder auch mit Salz getrocknet und verarbeitet zu Hanfsamensalz verwendet werden.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind Hanfsamen und deren Produkte ein wertvoller Bestandteil in unserer Ernährung. Zahlreiche Studien in Bezug auf die gesundheitlichen Aspekte werden aktuell noch durchgeführt. Ob nun als gesunder Bestandteil der täglichen Ernährung, zur Unterstützung und Vorbeugung von kardiovaskulären Erkrankungen oder einfach als nahrhaften Proteinlieferanten im Leistungssport, Hanfsamen sind hier vielseitig einsetzbar. Bei all den Produkten die aktuell am Markt angeboten werden, ist es natürlich auch hier wichtig immer auf die Qualität zu achten. Ich wünsche euch viel Spaß bei der Herstellung eurer eigenen Hanfmilch und lasst es euch schmecken!

 

Quellen:
Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle
Diplomarbeit: Ernährungsphysiologische Bedeutung von Hanfprodukten
unter besonderer Berücksichtigung regionaler Aspekte (Universität Wien)

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