Der echte Alant wird bereits seit der Antike als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Doch sind es nicht die leuchtend gelben Blüten der bis zu zwei Meter hohen Pflanze, sondern die weißen, dicken Wurzeln die hier Einsatz finden.

Als Heilpflanze wurde er schon von Theophrast, Dioskurides und Plinius gegen Husten, Krämpfe und Magenschwäche empfohlen.

In der Volksmedizin wurde er bei Leiden wie Bronchialkatarrhen, Husten, Blähungen, Magen-Darm-Beschwerden und Würmern verwendet. Eine Salbe aus Alantwurzel wurde äußerlich bei Krätze, Ekzeme und Geschwüre benutzt.

Heute ist er vor allem als Hustenmittel bekannt, da er leicht auswurffördernd und krampflösend wirkt.

In der Küche wird Alant nur noch wenig verwendet. Aufgrund seines balsamischen, leicht bitteren Geschmacks findet er vor allem als Gewürz für Liköre und Süßspeisen sowie in Hustenbonbons Anwendung. Kandierter Alant galt lange Zeit als Leckerbissen.

 

 

 

Kandierter Alant:

Frische Alantwurzel gut reinigen und in kleine Würfel schneiden. Auf 300g gewürfelte Alantwurzel nimmt man ca. 350g Zucker, den Zucker mit ca. 300ml Wasser aufkochen, die Alantwurzeln hinzufügen und ca. 1h Stunde köcheln lassen. Dabei immer wieder rühren. Das Wasser in der Zuckerlösung wird langsam reduziert und die Alantwurzeln werden weich und geben auch sehr viel Aroma an die Zuckerlösung ab.  Anschließend die fertigen Alantwurzeln mit einem Sieblöffel herausnehmen, auf ein Backblech geben und in Feinkristallzucker wälzen, sodass sie schön mit Zucker bedeckt sind. Anschließend trocknen lassen. Hierbei habe ich im Backrohr etwas nachgeholfen und das ganze bei ca. 80°C nochmal eine Stunde trocken lassen und die fertigen kandierten Alantwurzeln anschließend in ein Glas abgefüllt.

 

Als Räucherung wurde Alant im Mittelalter dazu verwendet die Zimmerluft zu verbessern. Eine Tinktur der Wurzel ergibt eine süßlich herbe Geruchslotion und eignet sich bei entsprechender Verdünnung als Rasierwasser.

 

Im Volksglauben galt der Alant als dämonenabwehrend und gehörte natürlich mit ins Kräuterbündel für die Kräuterweihe zu Maria Himmelfahrt. Am Christabend räucherte man mit Alant die Stuben und Ställe aus. Als Schutz vor Behexung trug man die Wurzel als Amulett um den Hals.

Überwiegend verwendeter Teil ist die Wurzel (Helenii rhizoma). Alant zählt zu den seit der Antike bekannten Heilpflanzen. Bei Theophrast, Dioskurides und Plinius wird „Helenion“ gegen Husten, Krämpfe und Magenschwäche empfohlen.[13]

Plinius (Plin. nat. 19,91) erwähnt, dass Livia, die Gattin des Augustus, ihn täglich aß – bekanntlich wurde sie 88 Jahre alt. Im gesamten Mittelalter war Alant eine hochgeschätzte Heilpflanze, die besonders in Form des Alantweins als Allheilmittel galt, das auch „potio Paulina“ genannt wurde.[14] Im slawischen Sprachraum wurde Alant (glagol. оман) als Hustenmittel genutzt.[15]

In der Volksmedizin war Alant ebenfalls sehr beliebt und wurde bei Leiden wie Bronchialkatarrhen, Husten, Blähungen, Harnverhalten, Magen-Darm-Beschwerden, Gelbsucht und Würmern verwendet. Davon berichtet etwa Nicholas Culpeper[16] im 17. und Carl von Linné[17] im 18. Jh. Eine Salbe aus Alantwurzel und Schweineschmalz wurde äußerlich gegen Krätze, Geschwüre und Ekzeme benutzt. Wunden und Geschwüre können mit frischen Alantblättern behandelt werden.[15] In Siebenbürgen und im Spreewald wurde der Alant bei Brustbeschwerden wie Tabak geraucht. In Moldawien wurde Alant bei Brustschmerzen, Husten und Atemnot verwendet.[18]

Heute gilt der Alant vor allem als Hustenmittel. Der genaue Wirkeffekt konnte noch nicht geklärt werden. Vermutlich sind es die ätherischen Öle, die den auswurffördernden und leicht krampflösenden Effekt haben. Wie bei vielen Heilpflanzen ist auch beim Alant die Dosis entscheidend. Größere Mengen können zu Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und Lähmungen führen.

Wie eine Reihe anderer Pflanzen verwendete man den Alant im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, um die Zimmerluft zu verbessern. Er wurde auf die Glut in den offenen Kaminen geworfen. Die in Alkohol ausgezogene Wurzel ergibt eine süßlich herbe Geruchslotion und eignet sich bei entsprechender Verdünnung als Rasierwasser.

 

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