Hier im Süden Österreichs steht nun wieder die Salweide in voller Blüte. Wildwachsend findet man sie an Bach- oder Flussufern. Teilweise wird sie auch in Gärten kultiviert.

Schon vor unserer Großmutters Zeiten wurden die blühenden Zweige der Salweide zur Frühlingszeit geerntet und zusammen mit Hasel, Buchsbaum und anderen zum sogenannten Palmbuschen für den Palmsonntag gebunden. Daher werden die blühenden Zweige im Volksmund auch Palmkätzchen genannt. Diese Palmbuschen wurden anschließend am Palmsonntag traditionell bei der Palmweihe vom Priester geweiht.

Um das Haus und seine Bewohner vor Bösem zu schützen wurden sie übers Jahr im Hergottswinkel des Hauses angebracht. Manchmal wurden sie auch über Türen aufgehängt oder an Feldrändern festgemacht um die Felder zu schützen und sie vor Blitzschlag und ähnlichem zu bewahren. Auch als Osterstrauch bringen sie den Frühling in unsere Häuser.

Diese alten Bräuche erfreuen sich auch heute noch, nicht nur bei den Kräuterfrauen, an großer Beliebtheit. Dennoch hat sich seit Großmutters Zeiten vieles geändert. Die Bevölkerung ist seither enorm gewachsen und der Mensch nimmt der Natur immer mehr Lebensraum. Dies hat zur Folge, dass immer mehr einheimische Arten geschützt werden müssen. Die Salweide ist mittlerweile eine davon.

Die Angaben über die Gefährdung einheimischer Pflanzen sind in Deutschland durch die rote Liste gefährdeter Arten reguliert. In Österreich wird der Artenschutz regional durch die Bundesländer geregelt. In der Steiermark ist die Salweide teilweise geschützt. Gerade jetzt im Frühling zur Blütezeit zwischen dem 1. Februar und dem 30. April ist es nicht erlaubt die blühenden Zweige der wildwachsenden Bestände zu ernten. Die Geldstrafen bei einem Verstoß können bis zu 15000,- Euro betragen. Eine vollständige Liste der gefährdeten Arten in der Steiermark findet ihr hier:

 

https://www.verwaltung.steiermark.at/cms/dokumente/11680242_74838080/6e71c5c4/Gesch%C3%BCtzte%20Pflanzen%202013.pdf?fbclid=IwAR2c8L_n73v3h8XWsPQ7xGos4er_LQY8-yzPItvVrw1pKF2DxwZeUPWe0FE

Das die Salweide zur Blütezeit geschützt ist, hat auch einen bestimmten Grund. Gerade jetzt im Frühling sind blühende Pflanzen in der Natur noch Mangelware. Daher ist die Salweide eine der ersten wichtigen Futterpflanzen für unsere Honigbienen. Natürlich fällt es vielen schwer auf die hübschen Zweige der Palmkätzchen zu verzichten. Schließlich hat schon unsere Großmutter Palmbuschen gebunden und es sind auch tiefe Kindheitserinnerungen damit verbunden.

 Man argumentiert hier auch gerne damit, dass ja ein paar Zweige nicht so viel ausmachen können. Dennoch sind wir viele Menschen. Und bei vielen Menschen summieren sich ein paar Zweige gleich ganz enorm. Daher sollte jeder von uns der die Natur und die Bienen liebt sein Gewissen befragen, ob ihm die hübschen Zweige draußen in der Natur nicht besser gefallen als im eigenen Haus, wo die Bienen sie nicht finden können.  

Wer die Salweide im eigenen Garten gepflanzt hat, hat somit nicht nur für sich, sondern auch für die Bienen Gutes getan. Im eigenen Garten darf natürlich auch immer geerntet werden. Wer einen Garten hat, aber noch keine Salweide gepflanzt, tut ebenso Gutes dies nachzuholen. Schließlich liegt es an uns selbst, die schwindenden Bestände wieder aufzufrischen. Für jene die keine Möglichkeit haben die Salweide bei sich zu pflanzen, aber dennoch den alten Bräuchen folgen möchten, empfiehlt es sich bei Gärtnereien oder Bauern nachzufragen, wo die Salweide kultiviert wird. Desweiteren kann man aus Liebe zu den Bienen und zur Natur auch auf andere Pflanzen wie zum Beispiel die Hasel ausweichen, welche nicht von den Bienen als wichtige Weide benötigt werden. So lassen sich mit ein wenig Rücksicht für jeden Alternativen finden, ohne auf die Pflege der alten Brauchtümer verzichten zu müssen.

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