„Wo wir uns finden, wohl unter Linden, zur Abendzeit..“ ist eine bekannte Textpassage aus dem alten Volkslied

Kein schöner Land“ von Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1838). Und tatsächlich ist die Linde ein typischer Baum der in der Ortsmitte gepflanzt wurde und Treffpunkt für vielerlei Zusammenkünfte war.

So findet man heute noch in manchen Dörfern eine sogenannte Tanzlinde, welche als Mittelpunkt ländlicher Feste und Bräuche galt. Im Kärntner Gailtal ist heute noch der jährliche Lindentanz Tradition. Im deutschen Limmersdorf entsteht derzeit das erste deutsche Tanzlindenmuseum.

Die Linde ist auch als Gerichtsbaum, als sogenannte Gerichtslinde bekannt. Unter ihr wurde im Mittelalter die Ratsversammlung, also das sogenannte Dorfgericht abgehalten. Auch andere Bäume sind als Gerichtsbäume bekannt, doch die Linde war auch Symbol für Schutz und Frieden, so erhoffte man sich unter ihr ein „linderes“ Urteil.

Gerichtslinden findet man auch heute noch an vielen Orten. Sie stehen heute unter Naturschutz und zählen als Naturdenkmal. Oft werden sie als tausendjährige Linden bezeichnet. Linden können tatsächlich mehrere hundert Jahre alt werden. Ob es wirklich tausendjährige Linden gibt, wird teilweise angezweifelt.

Eine Besonderheit der Linde ist, dass sie erst nach vollständiger Belaubung blüht. Am häufigsten sind bei uns die Sommerlinde und die Winterlinde anzutreffen. Die Sommerlinde blüht bereits im Juni, die Winterlinde erst etwas später im Juli. Ihre Blüten verströmen einen intensiven honigartigen Duft und sind eine beliebte Bienenweide.

Lindenblüten zählen zu den traditionellen pflanzlichen Arzneimitteln. Sie enthalten Flavonoide, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren und ätherische Öle. Verwendet werden die getrockneten Blütenstände der Winterlinde und der Sommerlinde. Daraus wird ein Teeaufguss bereitet, indem man die Lindenblüten mit siedendem Wasser übergießt und anschließend fünf bis zehn Minuten ziehen lässt.

Zu den anerkannten medizinischen Anwendungen gehören der Einsatz bei fiebrigen Erkältungskrankheiten und erkältungsbedingtem Husten, sowie bei Katarrhen der oberen Luftwege und Unruhezuständen. Eine Bewertung des HMPC, der ESCOP sowie der Kommission E liegen vor.

Aufgrund ihrer schweißtreibenden und reizlindernden Eigenschaften werden Lindenblüten traditionell als Schwitzkur bei Erkältungskrankheiten, zur Schleimlösung im Bereich der oberen Atemwege und zur Linderung von Stresssymptomen verwendet. Desweiteren finden sie auch bei Entzündungen im Mund und Rachenraum Verwendung. Sie sind Bestandteil von Erkältungstees und schweißtreibenden Tees. Unerwünschte Wirkungen sind nicht bekannt.

 

 

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