Auf feuchten und schattigen Wiesen, bevorzugt in der Nähe von Bachläufen oder auch an Waldrändern ist der Baldrian derzeit blühend anzutreffen. Weltweit gibt es bis zu 300 verschiedene Baldrian-Arten, die in Europa, Asien und Nordamerika weit verbreitet sind.

Arzneilich genutzt wird der echte Baldrian (Valeriana officinalis) oder auch „großer Baldrian“ genannt. Sein lateinischer Name „Valeriana“ leitet sich vom Wort „valeo oder valere = kräftig, gesund sein“ ab. Der Baldrian ist eine krautige Pflanze mit rosa-weißen Doldenblüten. Unter den richtigen Bedingungen kann er eine Wuchshöhe von ein, bis sogar zwei Metern erreichen.

Das Kraut und die Blüten sind essbar und können im Salat als Wildkraut gegessen werden. Sein Geschmack ähnelt dem Feldsalat. Die Wurzel dient als Aromastoff in diversen Speisen und in der Parfümindustrie. Volksmedizinisch werden nicht nur die Wurzeln sondern auch das Kraut und die Blüten getrocknet als Tee sowie in Form von Tinktur verwendet. Jedoch haben weder Kraut noch Blüten eine anerkannte Heilwirkung und werden medizinisch nicht verwendet.

Medizinisch verwendet werden nur die unterirdischen Pflanzenteile, also die Wurzeln. Diese werden im Herbst gegraben und verströmen bereits beim Trocknen ihren arttypischen, intensiven Geruch. Dem Baldrian werden beruhigende, angstlösende und schlaffördernde Eigenschaften zugeschrieben. Zu den anerkannten medizinischen Anwendungen gehören nervöse Unruhezustände und Anspannungen, Schlafstörungen, Nervosität, Reizbarkeit und Stress. Eine Bewertung des HMPC, der Kommission E sowie der ESCOP liegen vor.

In den Wurzeln sind unter Anderem ätherische Öle enthalten. Zu den weiteren Inhaltsstoffen gehören Iridoide, Sesquiterpene, Fettsäuren, Flavonoide und Alkaloide. Verwendet werden sie getrocknet als Tee, in Form von Tinktur und als Trockenextrakt in Fertigarzneimitteln wie Kapseln und Pulver sowie in Form von Bädern. Für den Tee übergießt man 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Wurzel mit kochendem Wasser und lässt 10 Minuten ziehen. Für eine Tinktur verwendet man einen Teil getrocknete Wurzel auf 5 Teile Alkohol 60 bis 80 %ig. Auch als Bad kann der Baldrian seine wohltuende Wirkung entfalten. Dazu verwendet man 100 g getrocknete Baldrianwurzel auf 2 Liter Wasser. Diese werden zum Sieden erhitzt und danach lässt man 10 bis 15 Minuten ziehen. Die abgeseihte Flüssigkeit setzt man dem Badewasser zu.

 

Auch im Volksglauben spielte der Baldrian eine Rolle. Wer Baldrian bei sich trug, war geschützt vor Hexen und vor dem Teufel. Zum Schutz vor Hexen und bösen Geistern wurden Büschel des aromatischen Krauts in Zimmern und über Türen aufgehängt. Sogar vor der gefürchteten Pest sollte der Baldrian beschützen.

Baldrian wird auch gern zusammen mit anderen beruhigenden Pflanzen wie Hopfen oder Melisse verwendet. Stimulanzien können jedoch die beruhigende Wirkung wieder aufheben. Bei einer Überempfindlichkeit kann die Wirkung kontraindizierend sein. Zu den möglichen unerwünschten Nebenwirkungen gehören Verdauungsbeschwerden sowie Überempfindlichkeitsreaktionen. Für eine Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit, sowie einer Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren liegen derzeit noch keine Untersuchungen auf Unbedenklichkeit vor.

 

http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/baldrian.php

https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=baldrian

https://de.wikipedia.org/wiki/Baldriane

https://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Baldrian

Das große Buch der Heilpflanzen (Apotheker Pahlow)

 

 

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